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Vielfachmeßinstrumente sind Instrumente, die mit Hilfe eingebauter
Umschalter vielseitigen Meßaufgaben angepaßt werden können.
Sie sollen im allgemeinen für mehrere Meßgrößen verwendbar
sein, z.B. für Gleich- und Wechselstrom, Gleich und Wechselspannung,
Widerstand, und sich bei jeder Meßgröße auf möglichst
viele Meßbereiche einstellen lassen, die insgesamt einen weiten Gesamtbereich
der jeweiligen Meßgröße überspannen.
Die speziellen
Anforderungen an ein Vielfachmeßinstrument sind in den verschiedenen
Anwendungsgebieten - etwa der Starkstromtechnik oder der Elektronik - recht
unterschiedlich. Dies betrifft sowohl die bevorzugt zu messenden Größen
und die Größenordnung der interessierenden Meßwerte als
auch die speziellen Randbedingungen der Meßaufgaben. So muß
man z.B. in der Starkstromtechnik häufig Gleich- und Wechselspannungen
von einigen hundert Volt oder Gleich- und Wechselströme von vielen
Ampere messen; auf einen sehr kleinen Eigenverbrauch der Instrumente kommt
es meist nicht an. In der Elektronik dagegen, z.B. beim Überprüfen
von Transistorschaltungen, müssen vorwiegend kleine Gleichströme
und Gleichspannungen gemessen werden. Gefordert wird zusätzlich ein
sehr kleiner Eigenverbrauch des Instruments, damit die Funktion der Schaltung
durch die Messung nicht gestört wird.
Diese Forderung kann es z.B. zweckmäßig machen, einen Verstärker
in das Instrument einzubauen, damit ein robustes Meßwerk verwendet
werden kann. Schon diese beiden Beispiele zeigen, daß es kein universell
geeignetes Vielfachmeßinstrument geben kann, sondern daß für
verschiedene
Anwendungsgebiete entsprechende Varianten zur Verfügung stehen müssen.
Man ist aber bestrebt, das "Gesicht" der einzelnen Ausführungen wie
Abmessungen, Skalenbild, Anordnung der Klemmen und Schalter möglichst
einheitlich zu gestalten.
Vielfachmeßinstrumente werden vorzugsweise
mit Drehspulmeßwerken
ausgeführt, die im Vergleich mit anderen elektrischen Meßwerken
den kleinsten Eigenverbrauch haben. Ihre Skala ist linear, und mit vorgeschalteten
Gleichrichtern sind sie auch bei Wechselstrom bis etwa 10 kHz verwendbar.
Voraussetzung ist hier allerdings ein sinusförmiger Verlauf der Meßgröße.
Die Fehlergrenze von Vielfachinstrumenten entspricht meist der Klasse 1
oder 1,5 nach VDE0410 [9].
Ein typischer Vertreter dieser Multimeter ist das
IRU, das H&B
im Auftrag für die Bundeswehr entwickelte und daher auch unter der Typenbezeichnung Multavi-B vertrieben wurde. Das Bild zeigt solch ein
Gerät - allerdings nicht im Orginal Metallgehäuse.
© 2002-2012 www.alte-messtechnik.de * Text und Bilder unterliegen dem Urheberrecht * Letzte Aktualisierung: 06.01.2012
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