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Digitale Messgeräte verarbeiten amplituden- und zeitdiskrete Signale. Analoge Messgrößen
müssen dazu quantisiert werden, falls Messwertaufnehmer nicht unmittelbar diskrete
Zahlenwerte erzeugen, die der analogen Größe proportional sind.
Die Hauptaufgabe bei einer digitalen Messung besteht in der Quantisierung, wobei die diskreten
Werte einem ganzzahligen Vielfachen des sog. Messquants (kleinstes auflösendes Quantum)
entsprechen. Zeit- und Amplitudenquantisierung erfolgen mit Hilfe von Analog/Digital-Umsetzern (ADU), die einem Analogwert ein digitales Datenwort aus einem Digitalcode
zuordnen.
Gebräuchlichste Verfahren zur A/D Umsetzung sind
Analog-Digital-Wandler, die nach dem Spannungs-Frequenz-Verfahren arbeiten, formen die Messspannung in eine proportionale
Frequenz um, die innerhalb einer konstanten Zeit mit einem Zähler gemessen wird (Frequenzmessung).
Abb.1a: Prinzipschaltplan eines Spannungs-Frequenz-Umsetzers
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Abb.1b: Spannungsverlauf bei verschiedenen Eingangsspannungen
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Die Spannungs-Frequenz-Umwandlung kann verhältnismäßig einfach mit Multivibratoren erfolgen. Bei höheren Ansprüchen an
die Genauigkeit werden vorwiegend Integrationsschaltungen verwendet. Abb. 1a zeigt den prinzipiellen Aufbau eines U/f-Wandlers.
Die Messspannung Ux wird vom Operationsverstärker I integriert. Die Ausgangsspannung Ua des Integrators, die proportional
zu Ux ist, wird am Komperator K mit einer konstanten Vergleichsspannung Ur verglichen. Ist Ua = Ur schaltet der Komperator,
gibt einen Impuls ab and entlädt den Integrationskondensator C, so dass die Integration von neuem beginnt. Der prinzipielle
Verlauf von Ua ist in Abb. 1b dargestellt. Je größer Ux ist, umso kleiner wird der Abstand der Impulse. Die Frequenz wird durch
die Zählung der Impulse innerhalb einer konstanten Messzeit tM bestimmt.
Im Blockschaltbild nach Abb. 1a erfolgt die Entladung des Kondensators über den Schalter S durch Kurzschluß. Das beschriebene Wandlerprinzip hat durch die Vernachlässigung der unumgänglichen Entladezeit tentl einen systematischen Fehler.
Systematische Fehler, also systembedingte Fehler, lassen sich aber in Gegensatz zu statistischen Fehlern von vornherein rechnerisch erfassen und beim Aufbau berücksichtigen.
Der systematische Fehler verringert sich mit dem Wert der Meßspannung. Während die Entladezeit unabhängig von der Dauer der vorhergehenden Ladung ist, erhöht sich die Ladezeit mit kleiner werdender Meßspannung Ux. Abb. 1b zeigt diesen Zusammenhang.
Das Störverhalten von U/f-Wandlern ist gut, da durch die Integration der Mittelwert der Messgröße über die Messzeit gebildet wird. Durch eine
geschickte Wahl der Messzeit über eine Periode der Störspannung oder ein Vielfaches davon (tM = 20 ms bei 50Hz Netzeinstreuungen)
wird erreicht, dass diese aus dem Messergebnis eliminiert wird.
Wird der U/f-Wandler ohne Zähler betrieben, eignet er sich besonders für die serielle Datenübertragung in der Fernmesstechnik.
AD-Umsetzer nach dem Sägezahnverfahren sind Zeitverschlüßler. Die angelegte Meßspannung Ux (Analogwert) wird mit einer im Gerät erzeugten konstanten, sägezahnförmigen Spannung Uv verglichen.

Abb.1a: Prinzipschaltplan eines Sägezahn-AD-Umsetzers
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Dabei wird die Zeit gemessen, welche diese sägezahnförmige Spannung mit bekannter Anstiegssteilheit benötigt, bis sie denselben Augenblickswert erreicht wie die unbekannte Meßspannung. Diese Zeit wird durch Impulse ausgezählt. Die Anzahl der Impulse ist gleich den Ziffernschritten. Dieser Digitalwert entspricht der angelegten Meßspannung. Es handelt sich hier um ein indirektes Umsetzungsverfahren.
Beim Sägezahnverfahren werden Meßspannung und lineare Sägezahnspannung miteinander verglichen und die Meßzeit durch Impulse ausgezählt.
Abbildung 1a zeigt den grundsätzlichen Aufbau eines AD-Umsetzers nach dem Sägezahnverfahren. Durch ein Startsignal des Steuerteils wird der Sägezahngenerator gestartet und etwas verzögert ein Tor (elektronischer Schalter) geöffnet. Dabei gelangen Impulse des sehr konstanten Impulsgenerators durch das Tor auf einen Zähler. Die sägezahnförmige Vergleichsspannung Uv steigt mit konstanter Steilheit an. Sie wird auf die Vergleicherschaltung geführt, welche aus einem Operationsverstärker (Differenzverstärker) und einer nachfolgenden Triggerschaltung besteht. Erreicht die Vergleichsspannung, die auf den einen Eingang des Verstärkers wirkt, die gleiche Höhe wie die Meßspannung, welche auf den anderen Eingang des Verstärkers wirkt, so spricht die Triggerschaltung an. Der dabei abgegebene Impuls selbst steigt noch weiter an bis zum Maximalwert, sinkt dann schnell auf den Minimalwert ab und könnte dann wieder für einen neuen Meßvorgang gestartet werden.
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Abb.1b: Impulsplan eines Sägezahn-AD-Umsetzers
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Die Zahl der Impulse, welche während der Öffnungszeit des Tores auf den Zähler gelangen und dort gezählt werden, ist ein direktes Maß für die Meßspannung, so daß die Anzeige in Volt angegeben werden kann. Das Vorzeichen der Meßspannung kann automatisch bestimmt werden, z. B. durch die zeitliche Reihenfolge des Triggerimpulses und eines Nullwert-Vergleicher-impulses. Vor Beginn einer neuen Messung muß der Zählerstand gelöscht werden. Entsprechend der gewünschten Meßfolge (Messungen je Sekunde) und der Meßgenauigkeit werden Quarz-Impulsgeneratoren mit Frequenzen zwischen 0,01 MHz und 10 MHz eingesetzt.
AD-Umsetzer nach dem Sägezahnverfahren lassen sich mit wenig Schaltungsaufwand aufbauen, sind aber weniger genau. Die
Meßgenauigkeit derartiger Umsetzer erreicht etwa 0,1% und ist von der Linearität der sägezahnförmigen
Spannung, der Stabilität der Oszillatoren sowie von der Konstanz des Differenzverstärkers abhängig. Da beim
Sägezahnverfahren der Augenblickswert einer Spannung zum Zeitpunkt des Istwertvergleiches erfaßt wird, ist dieses
Verfahren sehr störempfindlich gegenüber überlagerten Wechselspannungen. Eine Dämpfung von
Störspannungen ist nur durch Eingangsfilter möglich. Diese verringern jedoch wieder die Meßgeschwindigkeit.
Die Meßzeit liegt zwischen 0,1 s und 10 µs. Eingangsfilter verringern die Störempfindlichkeit, setzen aber
auch die Meßgeschwindigkeit her
ab.
Das Dual-Slope-Verfahren (=Zweiflanken-Verfahren) oder auch Integrationsverfahren ist im Prinzip in Abbildung 2 dargestellt.
Abb. 2: Blockschalbild Dual-Slope Wandler mit Zeitdiagramm
Bei diesem Wandler wird der Kondensator C während einer konstanten Integrationszeit t1 von der analogen Eingangsspannung aufgeladen.
Somit steht der Ladezustand des Kondensators in direkter Proportionalität zur Eingangsspannung. Die Steuerlogik sorgt dann dafür, daß an dem Eingang des Integrators nun eine Gegenspannung URef angelegt wird. Durch diese Gegenspannung wird der Kondensator zeitproportional auf 0 Volt entladen. Ein Taktgenerator gibt während dieser Endladezeit t2 Taktimpulse an einen Zähler weiter, wodurch dieser hochgezählt wird. Die Anzahl der Impulse und somit der Stand des Zählers ist proportional der analogen Eingangsspannung. Die digitale Information im Zähler ist der Wert der umgewandelten analogen Eingangsspannung. Für die Eingangsspannung, die Referenzspannung sowie für die Festzeit t1 und die Meßzeit t2 gilt folgender Zusammenhang:
mit t1 = Festzeit, t2 = Meßzeit
Die Taktfrequenz und auch ein Proportionalitätsfaktor des Operationsverstärkers
für die Sägezahnspannung treten in der Gleichung nicht auf. Änderungen
dieser Größen, z.B. durch Temperatureinfüsse, wirken sich
nicht auf das Wandlungsergebnis aus, solange sie sich nicht während
eines Meßzyklusses ändern.
Mit Dual-Slope A/D-Wandlern lassen sich Genauigkeiten von 10-4
entsprechend einem Fehler von 0,01% erreichen. Die Vorteile des Dual-Slope-Wandlers
liegen in seinem einfachen Arbeitsprinzip, dem simplen praktischen Aufbau,
seiner Kostengünstigkeit und in der hohen Genauigkeit. Der Nachteil
liegt jedoch in der langsamen Umwandlungsgeschwindigkeit von ca. 100 ms.
Diese Wandler sind die am meisten eingesetzten.
Das Grundprinzip des S-A-Wandlers ist in Abbildung 3 dargestellt.
Abb. 3: Blockschalbild Sukzessive-Aproximations-Wandler
Dieser Wandler arbeitet so, wie der Abwiegevorgang bei einer unbekannten
Masse. Bei diesem "Abwiegevorgang" stehen Gewichte zur Verfügung die
sich so Stufen, daß das größte Gewicht dem halben Meßbereich
entspricht. Jedes weitere Gewicht entspricht dann wieder der Hälfte
der "Masse", sprich dem Wert im Meßbereich. Mit dem größten
Gewicht wird begonnen. Ist dieses Gewicht zu groß, wird es wieder
von der Waage genommen und das nächstkeinere Gewicht wird aufgelegt.
Ist das zuerst aufgelegte gewicht zu klein, so bleibt es auf der Waage
und das nächstkleinere Gewicht wird mit dazu aufgelegt. Der Komparator
hat die Aufgabe, dafür zu sorgen ob das zuletzt aufgelegte Gewicht
auf der Waage bleibt oder wieder entfernt wird. Die elektronische Schaltung
zur Steuerung des Digital-Analog-Wandlers heißt SAR (Sukzessives-Approximations-Register).
Mit den Gewichten sind in diesem Beispiel die einzelnen Wertigkeiten
der Bits gemeint, die den Digital-Analog-Wandler ansteuern. Falls sicher
ist, das sich das Eingangssignal während einer Wandlung um nicht mehr
als 0,5 LSB ändert, so kann der Wandler auch ohne Abtast-Haltekreis
auskommen. Vorteile dieser Wandler sind der geringe Schaltungsaufbau, sowie
preiswerte Herstellung und die Tatsache, daß sie sich für viele
Anwendungen ausreichend schnell aufbauen lassen. Der Schwerpunkt im Einsatzgebiet
liegt in der Meßwerterfassung auf PC-Karten
Abbildung 4 zeigt das Blockschaltbild eines Flash-Wandlers für
3-Bit-Zahlen, der nach dem Parallelverfahren arbeitet.
Abb.4: Blockschalbild Flash-Wandler
Mit einem Dualcode von 3 Bit, muß der Eingangsspannungsbereich
in 23 = 8 Quantisierungsintervalle aufgeteilt werden. Dazu sind sieben
Komparatoren mit sieben Schwellspannungen nötig. Diese Schwellspannungen
werden aus einer Referenzspannung generiert. Soll eine Eingangsspannung,
die z.B. zwischen 5/2 ULSB und 7/2 ULSB liegt , umgewandelt werden, dann
liefern die Komparatoren 1 bis 3 ein 1-Signal an ihren Ausgängen und
die Komparatoren 4 bis 7 eine 0-Signal. Diese Komparatorzustände müssen
nun noch durch eine Codewandlung in die Zahl 3 umgewandelt werden. Dieses
geschieht durch eine 1- aus 2n-Codierung, mit anschließender Umsetzung
in einen Binärcode. Die Komparatorausgänge können den Codewandler
jedoch nicht direkt ansteuern, da die nicht konstante Eingangsspannung
zeitweise völlig falsche Dualcodes erzeugen kann. Dieses kann nur
durch eine Sample-and-Hold Schaltung beseitigt werden, die ein Ändern
der Eingangs- spannung während der Wandlung verhindert. Durch diese
Maßnahme wird jedoch die erreichbare Umwandlungsrate beeinträchtigt,
da die Sample-and-Hold Schaltung eine gewisse Einstellzeit benötigt.
Eine weitere Möglichkeit ohne die Sample-and-Hold Schaltung auszukommen
ist es, den Komparatoren flankengetriggerte D-Filflops nachzuschalten.
So bleibt das Eingangssignal des Codewandlers für eine ganze Taktperiode
konstant. Solche Flash-Wandler sind in der Lage bis zu 100 MHz Umwandlungsrate
zu erreichen. Der Nachteil ist aber das die Zahl der Komparatoren exponentiell
mit der Bit-Zahl des digitalen Ausgangssignales zunimmt. So werden für
einen 8-Bit-Wandler 255 Komparatoren benötigt. Diese Zahl berechnet
sich aus: N = 2n-1 mit N = Anzahl der benötigten Komparatoren.
Die Delta-Sigma-Wandlung ist von J.C.Candy hervorgebracht worden und hat
ihren Hauptgedanken darin, daß man Genauigkeit durch hohe Geschwindigkeit
ausdrückt, um die Anforderungen an die Genauigkeit der Bauteile senken
zu können. Abbildung 5 zeigt ein Blockschaltbild eines solchen Wandlers.
Abb. 5: Blockschaltbild Delta-Sigma-Wandler
Das Funktionsprinzip beruht darauf, daß das Signal sehr hoch abgetastet
wird. Diese Abtastfrequenz, die im Bereich einiger MHz liegt also weit
über der aus dem Abtasttheorem sich ergebenden Nyquistfrequenz, steht
eine Auflösung von nur einem Bit gegenüber. Durch eine anschließende
digitale Tiefpaßfilterung wird die Auflösung erheblich erhöht,
wobei eine gleichzeitige Reduzierung der Datenrate stattfindet. Der Anwendungsbereich
von Delta-Sigma-A/D-Umsetzern befindet sich bei Abtastfrequenzen bis 100kHz
und Umsetzungsgenauigkeiten von bis zu 24 Bit.
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